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Wikinger auf Nordfünen
 

Wikinger auf Nordfünen
Auf einer Hügelspitze im Westen Otterups lag in dem 9. Jahrhundert ein Wikingergräberfeld. Archäologen haben hier mehr als 50 Gräber gefunden, d.h. es handelt sich um das gröβte Wikingergräberfeld Fünens.

Die Wikinger, die Heiden waren, gaben oft ihren Toten Geschenke mit ins Grab – typisch Geräte oder feinere Sachen wie Perlen und Waffen. In Otterup hat man u.a. Messer, Schlüßel und Schnallen aus Bronze gefunden.

In den Gräbern in Otterup hat man auβerdem Speiseopfer gefunden. In Dänemark gibt es nur wenige Beispiele von Grabgeschenken dieser Art, aber Essen war offenbar unter den Wikingern in Otterup sehr beliebt.

Der ausgegrabene Bereich ist heute Eigenheimviertel. Aber es lohnt sich, einen Spaziergang auf dem Grünen Pfad in der Nähe von der Ausgrabung zu machen. In den naturschönen Umgebungen kann man sicht mit Fantasie Otterup in der Wikingerzeit vorstellen. Der Grüne Pfad fängt bei Horsebækvej an.

Obwohl es jetzt lange her ist, dass die Wikinger Nordfünen befölkerten, leben die Vorstellungen von ihnen noch in Otterup. Auf dem Marktplatz erzählt eine Skulptur die gewaltige Geschichte von dem Wikingergott Thors Kampf gegen die Midgardschlange. Das Motiv der Skulptur ist der nordischen Mythologie entnommen – dem verbreiteten Glaube in den Skandinavischen Ländern vor dem Christentum.

Die drei Bautasteine bei der Einfahrt zu Otterup symbolisieren die drei Gemeinden, die jetzt Nordfyns Kommune ausmachen. Bautasteine sind längliche Steine - ohne Einschrift  - die hochkant stehen. Ursprünglich wurden Bautasteine auf Grabstätten errichtet.

Fährt man aus Otterup über Kvindevadet und Klintebjergvej, kreuzt man ungefähr 0,5 km vor Østrup eine kleine Brücke. Dieser Staudamm, von Granitplanken und Feldsteinen gebaut, datiert aus Jahr 1060 n. Chr. und ist somit am Ende der Wikingerzeit gebaut. Schifffahrt war damals die am meisten verwendete Transportweise über groβe Abstände, aber Transport über Land war auch notwendig, weshalb der Straßennetz in der Wikingerzeit erweitert und verbessert wurde. 

In dem Glavendrup Wäldchen hat man den Glavendrup Stein gefunden, vermutlich aus dem 10. Jahrhundert. Der Stein trägt die längste Runeninschrift Dänemarks – 210 Runen.